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„Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!“

Der Titel unseres heutigen Beitrages geht auf ein Gedicht von Wilhelm Busch zurück. Der ‚olle Willem‘ war nämlich nicht nur der, den die meisten mit den Lausbuben-Geschichten von Max und Moritz verbinden. Nein, er war auch darüber hinaus ein schlauer Kopf.

In seinem Gedicht „Reisen“ spricht er von verpassten Gelegenheiten, davon, dass man oft erst im Nachhinein begreift, was schön ist und worauf es im Leben ankommt:

Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit und Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.

Und damit man eben nichts im Leben verpasst, schließt das Ganze mit der Erkenntnis, dass man schon frühzeitig weise sein und eben reisen soll.

Wir MKCler sind offensichtlich sehr weise Menschen, gehört es doch seit Jahren zur Tradition beim MKC, dass wir uns einmal im Jahr auf Ausfahrt begeben und … (na klar) reisen.

Dieses Wochenende war es wieder so weit. Pünktlich gestern morgen um 8:45 Uhr trafen wir uns am Schlösschen, um auf einen modernen Reisebus, wie immer souverän gesteuert von unserem Hanjo, dem Busfahrer unseres MKC-Vertrauens, aufzusitzen.

Wohin es ging, war wie immer eine Überraschung. In diesem Jahr hatte unser Minister Flori Sliwka die Aufgabe, eine Ausfahrt zu organisieren. Tatkräftig wurde er dabei unterstützt von seiner Gattin und „Dollen Ollen“ Saskia.

Der Bus fuhr gen Westen und stoppte das erste Mal in Trusetal. Was gibt es dort zu sehen? Richtig, die Schönheit der Natur des Thüringer Waldes und den von Baurat Specht errichteten Trusetaler Wasserfall. Dort angekommen, erklommen wir die 228 Stufen und absolvierten den Rundwanderweg entlang des Wasserfallgrabens, der das von der Truse abgeleitete Wasser eben an den Rand des Abhanges führt, um sich von dort 58 Meter in die Tiefe zu stürzen.

Am Ende unserer kleinen Wanderung fanden wir uns dann zu einer kleinen Vesper zusammen, die liebevoll gepackt als goldene „Care-Pakete“ von den Ausfahrt-Organisatoren ausgereicht wurden. In den Tüten befand sich auch Gesundes aus unserer Marbacher Heimat, denn Ralf Großstück vom Marbacher Obstgarten hatte es sich nicht nehmen lassen, uns mit frischen Äpfeln zu versorgen. Vielen Dank dafür an dieser Stelle.

Nach dem Imbiss ging es weiter Richtung Bad Liebenstein, genauer gesagt nach Schweina in die Altensteiner Höhle. Dort erhielten wir eine kurzweilige Führung. Schon faszinierend, was sich der Herzog Georg so einfallen ließ, um seine Gäste zu unterhalten. Konzerte unter Tage und Bootfahren auf dem Höhlensee - so konnte man die Zeit auch ohne Internet und Fernsehen verbringen.

Nachdem wir alle wohlbehalten wieder das Tageslicht erreichten, wurden wir, fast schon traditionell, überrascht von gedeckten Tischen und einer Kaffeepause - Gisela und Eddie hatten Kaffee, Glühwein (zum Wiederaufwärmen nach dem Höhlenbesuch) und etwas Herzhaftes sowie die von Olga und Annette gebackenen Kuchen aufgetischt.

Frisch gestärkt ging es dann in den Altensteiner Park und auch hier wurde uns gezeigt, was der Herzog Georg doch so alles für Vorstellungen hatte, sich das Leben angenehm zu machen. Spontan muss ich an Mel Brooks ‚Verrückte Geschichte der Welt‘ denken: „Ist wirklich prima, König (bzw. Herzog) zu sein“. Und nächstes Jahr sollen die Sanierungsarbeiten im Inneren des Schlosses abgeschlossen sein, dann gewinnt die wirklich sehenswerte Anlage noch etwas mehr an Attraktivität.

Das einzige, was uns an diesem Tag leider verwehrt blieb, aber sicher ob der Nähe noch großartig zu unserer Ausfahrt gepasst hätte: Die Stupps-Brauerei, die wir schon einer früheren Ausfahrt kennengelernt hatten, soll nach Auskunft unseres Gästeführers ausgerechnet am gestrigen Tag Brauereifest gehabt haben. Wie gern hätten wir da doch nochmal angestuppst, aber der straffe Zeitplan erforderte baldiges Aufsitzen und schon rollte der Bus in Richtung Eisenach.

Das dortige Hotel am Kaisertor war das letzte Ziel, das wir an diesem Tag ansteuerten. Und wen trafen wir dort? Na logisch, den Betreiber des im Keller des Hotels befindlichen Hofbräuhauses, unseren Caterer Ingo Fensch. Das Motto des Bayerischen Abends war vorher schon bekanntgegeben worden und so hatte doch der ein oder die andere die Krachlederne oder das Dirndl im Reisegepäck. Das Münchener Hofbräu und der MKC sind schon seit Jahren Partner, so dass wir uns beim Bier gar nicht erst eingewöhnen mussten und das Team des Hofbräu am Nicolaitor hat seinerseits alles getan, dass es uns an nichts fehlte und wir einen schönen Abend bis in den frühen Morgen hinein hatten. Da wir quasi vor der Haustür unserer Freunde vom MCC aus Mihla logierten, ließen die es sich nicht nehmen, mal schnell mit einer kleinen Abordnung vorbeizukommen und mit uns gemeinsam den Abend zu verbringen. Vielen Dank auch an euch, Klasse, dass wir diese Verbindung haben.

Am Sonntag stand nach einem ausgiebigen Frühstück noch der letzte Programmpunkt - eine Erlebnisführung mit Mönch Heinrich (mit den roten Schuhen) durch Eisenach, was übrigens nichts mit Metall zu tun hat, wie man dem Namen nach vermuten könnte, sondern sich von „Isenacha“ herleitet, dem ‚schnell fließenden Wasser‘. Die Führung war informativ, ausgesprochen kurzweilig und amüsant, als bspw. unser Vize als „Trunkenbold und Halunke“ sinnbildlich im Schandkorb in eine Jauchegrube „geschupft“ wurde. Oder Sponsorin und ‚Frau des Schwagers des Präsidenten‘ Ines Mummert quasi die „Kundin“ einer Abtrittanbieterin nachspielen durfte. Na, und natürlich ging es auch um den auch mit der Geschichte unserer Stadt eng verbundenen Martin Luther.

Nach unserer Stadtführung war es dann an der Zeit, die Heimreise anzutreten. Wohlbehalten chauffierte uns Hanjo wieder nach Marbach und damit war die Ausfahrt 2026 schon wieder vorbei. Schade. Aber alles, was Wilhelm Busch uns für unsere Weisheit mit auf den Weg gab, haben wir geboten bekommen: Wir hatten viel Spaß, haben Natur und Kultur geboten bekommen, waren auf Reisen und wenn man zufrieden, gut genährt und nicht durstig nach Hause kommt, kann das für die Gesundheit nur förderlich sein. Wir freuen uns nun schon auf die Ausfahrt im kommenden Jahr, aber bis dahin haben wir noch einige Highlights, die vor dieser kommen.

In diesem Sinne bleibt närrisch

Euer MKC